One Day More!, 17.02.2013, 19.30 Uhr - Ebertbad Oberhausen

 

Wenn sich Jean Valjean und Miss Saigon im Schwimmbad treffen...

 

Ideen muss man haben. Und sie auch in die Tat umsetzen. Zu einem kleinen Meister auf diesem Gebiet hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr ein findiger Konzertveranstalter aus dem schönen Ruhrpott entwickelt.

 

Finde ich manche seiner Ideen (wohlgemerkt: nicht was die Konzerte betrifft, sondern das ganze drum und dran) vielleicht etwas grenzwertig, muss ich doch mit großer Hochachtung anerkennen, dass es ihm immer wieder gelingt, neue Konzert-Konzepte aus dem Hut zu zaubern.

Und sein neuester Coup “One Day More!” - The Musical World of Alain Boublil & Claude-Michel Schönberg” muss einfach lobend erwähnt werden.

 

Nach dem bewährten Muster, ein Konzert ganz den Musical-Machern zu widmen (seit 2008 “Ich gehör nur mir” als Hommage an Michael Kunze /Sylvester Levay und seit 2009 “Aspects of Andrew Lloyd Webber” mit den Werken des kleinen großen Sirs aus Großbritannien), galt es nun Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg ein musikalisches Denkmal zu setzen. Aus ihren Köpfen, Federn und wer weiß wo sonst noch her, stammt eins der für mich genialsten Musicals: Les Misérables. Und auch für das immer etwas weniger beachtete Miss Saigon zeichnen die Beiden verantwortlich. Bis auf die gängigen Stücke ‘The Last Night of the World’ und ‘Why God why?’ kannte ich nichts aus Miss Saigon und tatsächlich fiel mir erst im Laufe des Abends ein, dass auch einer meiner absoluten Lieblings-Musical-Titel aus diesem Stück stammt - ‘Bui-Doi’.

Außerdem sollte es noch etwas aus Martin Guerre und The Pirate Queen zu hören geben. Beides Werke, von denen ich noch nie etwas gehört hatte.

 

Im Ebertbad herrschte vor Konzertbeginn eine dem Abend angemessene gespannte Stimmung.

Natürlich gab es am Merchandising-Stand des Veranstalters wieder eine Unmenge bedruckter Tassen zu bestaunen. Jedes gut sortierte Haushaltswarengeschäft würde vor Neid erblassen. Was leider fehlte, war ein Programm, dass einen ein wenig durch den Abend geführt hätte und ganz nebenbei ja auch immer eine schöne Erinnerung ist. Na gut, dann musste man sich also tatsächlich gänzlich von dem überraschen lassen, was da demnächst auf der Bühne passieren sollte.

 

Als Erste betrat Marina Komissartchik, die ja eigentlich schon immer ein Garant für einen gelungenen Abend ist, die Bühne. Vergreift diese Frau sich eigentlich niemals im Ton? Unglaublich, mit welcher Sicherheit und Konzentration sie das Klavier beherrscht und dabei ja nichts geringeres leistet, als scheinbar mühelos zwei (fast komplette) Musicals zu Gehör zu bringen. Wahnsinn!

 

Schon bei den ersten Tönen von ‘Am Ende vom Tag’ (SoM-Chor unter der Leitung von Mario Stork) war ich mitten drin in der Welt der Elenden und bereit, ihnen auf die Barrikaden zu folgen.

 

Nach und nach erscheinen auch die Protagonisten des Abends. Der erbarmungslose Inspektor Javert (Jan Ammann), der dem Häftling Jean Valjean (Kevin Tarte) oder wie er ihn nennt “24601" nur widerwillig die Entlassungspapiere aushändigt. Nicht misszuverstehen ist dabei seine Warnung “Vergiss mich niemals, 2 4 6 0 1!”

 

Eine verhärmt wirkende Frau kommt, ganz in einen Brief versunken, auf die Bühne. Es ist die Fabrikarbeiterin Fantine (Carin Filipčić) und sogleich muss sie sich gegen die Gemeinheiten einer anderen Arbeiterin zur Wehr setzen. In die Auseinandersetzung der beiden Frauen platzt ein distinguierter Herr.

Monsieur Madelein, Fabrikbesitzer und Bürgermeister des kleinen Ortes Montreuil, bittet die beiden Frauen einzuhalten. Ihm scheint sehr daran gelegen zu sein, möglichst wenig Aufsehen zu erregen. Zu sehr quälen ihn noch die Erinnerungen an sein erstes Leben: Das des Häftlings Jean Valjean.

Der Vorarbeiter, den er als Streitschlichter bestimmt hat, kennt allerdings keine Gnade. Er entlässt Fantine. Verzweifelt erinnert sie sich daraufhin an bessere Zeiten (‘Ich hab geträumt vor langer Zeit’).

 

Wie es der Zufall will hat es auch Javert nach Montreuil verschlagen. Als Inspektor des Ortes kennt er keine Nachsicht und sieht sich gezwungen, Fantine, die mittlerweile als Prostituierte ihr Geld verdient, zu verhaften. Gerade noch rechtzeitig kann Valjean eingreifen, wohl wissend, dass ihn Javert jederzeit wiedererkennen könnte.

 

Der sterbenden Fantine verspricht er, sich um ihr Kind zu kümmern (‘Fantines Tod’). Dem Mädchen soll es an nichts fehlen und mit dieser Gewissheit stirbt die unglückliche Frau in seinen Armen.

 

Misstrauisch geworden, taucht just in diesem Augenblick Javert auf. Gleichzeitig erklärt er dem Mann, der sein Bürgermeister ist, allerdings auch, dass er einen langgesuchten Häftling dingfest gemacht hat und das dieser nicht noch einmal seiner Strafe entgehen wird.

Valjean wird klar, dass ein Anderer für ihn gehalten wird und hadert einen Moment mit sich (‘Wer bin ich?’). Ihm ist klar, dass es sich Javert nicht nehmen lassen wird, ihn seinen ganzen Hass spüren zu lassen. Gleichzeitig kann es der geläuterte Mann allerdings auch nicht zulassen, dass ein Unschuldiger für ihn büßen muss. Entschlossen stellt er sich Javert entgegen und präsentiert ihm sein für immer eingebranntes Mal auf der Brust: 2 4 6 0 1!

 

Javert glaubt sich am Ziel und traut gleichzeitig seinen Ohren nicht, als dieser nichtswürdige Mensch ihn bittet, ihm drei Tage Zeit zu geben bis er sich ihm ausliefert. Diese Zeit benötigt Valjean, um sein Versprechen einzulösen und sich Fantines Tochter Cosette anzunehmen (‘Der doppelte Schwur’). Er kann den Inspektor allerdings nicht von seinen guten Absichten überzeugen und schlägt ihn schließlich nieder, um fliehen zu können.

 

Erneut bekräftigt Javert, dass er nicht eher ruhen wird, bis sich das Los Valjeans erfüllt hat (‘Stern’).

 

Zwei junge Leute (Annika Firley und Sascha Kurth) turteln verliebt miteinander herum (‘Mein Herz ruft nach dir’). Völlig ineinander versunken, erinnern sie sich dann aber doch, dass sie nicht alleine sind. “Ich glaube, es wird Zeit, dass wir uns vorstellen” meint der junge Mann und fügt gleich darauf hinzu “Ich heiße Marius und das ist Cosette.”

Die Beiden erklären kurz, wie ihr bisheriges Leben ausgesehen hat und erinnern sich dann sehr schnell an die ungebändigte Eponine, leibliche Tochter der Wirtsleute Thénardier, bei denen auch Cosette aufwuchs. Wie aufs Stichwort erscheint Eponine (Kun Jing) und neckt Marius in ihrer burschikosen Art wegen seiner Zuneigung zu Cosette.

Was außer ihr niemand weiß: Auch sie ist unsterblich in den jungen Studenten verliebt und leidet Höllenqualen, weil sie für ihn nicht mehr als ein guter Freund ist (‘Nur für mich’).

 

Der Studentenführer Enjolras (mutmaßlich ein Chor-Mitglied) stimmt das ‘Lied des Volkes’ an und nach und nach steigen immer mehr unsichtbare Stimmen in seinen Gesang ein.

 

‘Morgen schon’ glauben alle Beteiligten fest daran, dass ihr Leben eine glückliche Wendung nehmen wird und sich alles zum Besseren kehrt.

 

Aber der Barrikaden-Krieg kennt kein Erbarmen. Ein Student nach dem anderen verliert sein Leben und auch Eponine, als Junge verkleidet, wird bei dem Versuch die Barrikade zu erreichen von einer Kugel getroffen. Das Mädchen findet jedoch ihren Frieden, stirbt sie doch in den Armen ihres geliebten Marius’ (‘Der Regen’).

 

Auch Javerts Plan, sich als Spion unter die Studenten zu mischen, schlägt fehl. Er wird enttarnt und sieht gefesselt seinem Tod entgegen. Ausgerechnet Valjean, der sich zum Schutz Marius’ auf die Barrikaden begeben hat, befreit ihn und fordert ihn auf, zu verschwinden. Ein Gnadenakt, den der hartherzige Inspektor nur schwer ertragen kann.

 

In der darauffolgenden Nacht sprechen sich die wenigen überlebenden Studenten Mut zu (‘Trinkt mit mir’). Valjean wacht über den Schlaf von Marius und bittet dabei Gott inständig, den Jungen am Leben zu lassen (‘Bring ihn heim’).

 

Am nächsten Tag hat der ungleiche Kampf ein Ende. Alle Studenten sind tot und auch Marius kann sich nur schwer verletzt und mit Hilfe Jean Valjeans retten. Die Beiden fliehen durch die Kanalisation. An deren Ende wartet Inspektor Javert, der ihre Spur aufgenommen hat, auf sie. Wieder bittet Valjean ihn, ihm etwas Zeit zu gewähren, um den schwerverletzten Marius in ein Krankenhaus zu bringen. Erstaunlicherweise gewährt Javert ihm diese Bitte und bleibt sichtlich tief erschüttert zurück. Ihm wird klar, dass er soeben mit all seinen Prinzipien gebrochen hat. Für einen Mann wie ihn kann es für diese Situation nur einen Ausweg geben (‘Javerts Selbstmord’).

 

Marius erholt sich mehr und mehr von seiner Verletzung, aber der Gedanke an seine toten Freunde lässt ihn nicht los (‘Dunkles Schweigen an den Tischen’).

Erst die bevorstehende Hochzeit mit Cosette gibt ihm seinen Lebensmut zurück. Auf der Feier begreift Marius, dass es Cosettes Vater war, der ihm das Leben gerettet hat. Sofort macht sich das Paar auf den Weg zu ihm. Sie treffen auf einen alten sterbenden Mann, der mit letzter Kraft seine Lebensbeichte geschrieben hat und diese nun Cosette zu lesen gibt.

 

An der Schwelle zum Tod erscheinen Valjean noch einmal Fantine und Eponine, die ihn an die Hand nehmen und ihn in eine schönere Welt führen. Auch die Stimmen all der anderen Toten sind noch einmal zu hören und alle sind sich sicher “Zu lieben einen Menschen heißt: das Antlitz Gottes seh'n”...

 

- Puh, jetzt muss ich erst mal durchatmen. Ich konnte es doch wieder nicht sein lassen und musste mal wieder in epischer Breite fast die ganze Geschichte zu Papier bringen. Und dieses “fast” ist auch wirklich der einzige Kritikpunkt, den ich an diesem Les Mis-Block habe. Denn einige Szenen haben mir schon ziemlich gefehlt und das man die listig/lumpigen Wirtsleute Thénardier so gänzlich außen vor gelassen hat, ist ja beinahe schon unverzeihlich. Aber klar, dass bei so einem Konzertabend Prioritäten gesetzt werden müssen und im Großen und Ganzen kann man mit der Auswahl auch mehr als zufrieden sein. Wer Les Misérables kennt (und liebt) war sicher etwas im Vorteil, aber auch die, die dieses Stück nicht kannten (ja, die gibt es!), waren gut aufgehoben. Was nicht zuletzt an den immer wieder eingestreuten Texten von “Marius” und “Cosette” lag, die damit erklärend durch die Handlung führten.

 

Überhaupt Sascha Kurth und Annika Firley. Die zwei sind schon längst viel mehr als nur Ergänzungsspieler bei den SoM-Konzerten. Beide liefern immer wieder aufs Neue eine derart professionelle Leistung ab, vor der man, auch im Hinblick auf ihr jugendliches Alter, nur den Hut ziehen kann. Besonders Sascha Kurth scheint immer mit Leib und Seele dabei zu sein und schmeißt sich mit allem was er hat in immer wechselnde Rollen hinein. Sein ‘Dunkles Schweigen an den Tischen’ war einfach nur schön (und so traurig).

 

Die Neuentdeckung des Abends war ohne Frage Kun Jing. Nie zuvor gesehen, nie zuvor etwas von ihr gehört und doch eingeschlagen wie eine Bombe. Dieses kleine zierliche Persönchen aber auch nicht sympathisch zu finden, ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Erschwerend kam bei mir hinzu, dass es zu Duisburger Les Mis-Zeiten auch eine Eponine mit asiatischem Aussehen gab. Ach ja, Erinnerungen...

 

Carin Filipčić wird für mich mehr und mehr zu einer Darstellerin, der ich wirklich gerne zuhöre. Ihre Stimme bekommt meinen Ohren gut und auch sie scheint immer mit vollem Herzen hinter der Sache zu stehen, die sie gerade tut.

 

Kommen wir nun zu den beiden Herren, deretwegen (das unterstelle ich einfach mal) eine Vielzahl der BesucherInnen den Weg ins Ebertbad gefunden hatten. Und das ganz ungeachtet der Tatsache, dass sie vorher Les Misérables für ein französisches Fertiggericht und Miss Saigon für einen exotischen Badeschaum hielten.

Und vielleicht gab es am Ende des Abends tatsächlich den/die ein oder anderen, der/die etwas enttäuscht war, dass Jan Ammann nicht seine sonst bei Konzerten üblichen Horst Schlämmer-Mätzchen machte und das sich Kevin Tarte nicht das unvermeidliche Vampirgebiss in den Mund schob um die Unstillbare Gier zu singen. Wer weiß es schon? Kreischorgien blieben jedenfalls dankenswerter fast gänzlich aus. Vielleicht auch ein Zeichen, dass manchem Hardcore-Fan der Stoff doch etwas zu schwer war?

 

Mir haben die Beiden jedenfalls sehr gut gefallen, wobei es ja kein Geheimnis ist, dass ich eine ausgeprägte Schwäche für den Reiferen (um nicht zu sagen: den Älteren) habe.

 

Jan Amman konnte als Javert und vor allem mit dessen Solo ‘Stern’ seine Stimme ausspielen und seiner Wut freien Lauf lassen. Am besten gefiel mir allerdings die Selbstmordszene, als er resigniert seine Grenzen erkannte und den Dienst für immer quittiert.

Leider sorgte er aber auch genau hier für einen Anblick, der in diesem Moment nicht unpassender hätte sein können. (Und ich hoffe mal, dass er das nicht absichtlich gemacht hat.)

Als er sich heftig seiner Jacke entledigte, zog er auch sein Hemd hoch und offenbarte so einen Blick auf seinen Bauch und dem Bund seiner Unterhose. (Hat sein umtriebiger Manager etwa einen Werbevertrag mit einer Wäschefirma ausgehandelt?)

Jedenfalls ging an dieser Stelle ein gewisses Raunen durch die Reihen und so kamen doch noch die auf ihre Kosten, die sich vorher vielleicht etwas gelangweilt hatten.

 

Kevin Tarte lieh dem gejagten Jean Valjean Gesicht und Stimme und seine Mimik drückte in jeder Szene meisterhaft die jeweilige Gefühlslage des Ex-Häftlings aus. Die gesanglichen Höhepunkte waren für mich sein zerrissenes ‘Wer bin ich ich?’ und sein stimmgewaltiger Part bei dem immer wieder Gänsehauterregenden ‘Morgen schon’. Und das mich sein Sterben vor lauter Mitgefühl beinahe mit dahingerafft hätte, brauche ich wohl gar nicht erst zu erwähnen.

 

Ein kleines Schmunzeln konnten sich meine Schwester und ich nicht verkneifen, als er zum ersten Mal in der blauen Uniformjacke erschien. Jetzt wussten wir auch, dass unsere Vermutung richtig war, als wir bei Kevins Solo-Abend im September den Konzertveranstalter mit eben dieser Jacke herum wuseln sahen. Tja, auch auf den Barrikaden will man halt gut und maßgeschneidert gekleidet sein.

 

Vor allem aber war es das Zusammenspiel der Herren Ammann und Tarte, das faszinierend anzusehen war. Wie sie sich bei ihrer Konfrontation den Satz “Ich schwör es dir, bei meinem Blut” regelrecht entgegen spieen - das hatte schon was.

 

So, dann widme ich mich jetzt noch mal in gleicher Länge dem Miss Saigon-Block, der uns nach der Pause erwartete. Nee, keine Angst, mache ich nicht! Wie erwähnt kenne ich das Musical nicht im Ganzen und werde einen Teufel tun und mir anmaßen, irgendetwas hinein zu interpretieren. Ganz entspannt folgte ich der Szenenfolge auf der Bühne und kam zu dem Schluss, dass es sich bestimmt lohnen würde, das Stück einmal in Gänze zu sehen.

Auch hier kamen große Gefühle und Dramatik nicht zu kurz und das tragische Ende von Kim (natürlich perfekt in der Rolle: Kun Jing) berührte wohl jeden der Anwesenden mehr oder weniger stark.

 

Zuvor durfte sie eine kurze Zeit des Liebesglücks mit dem amerikanischen GI Chris (Jan Ammann) genießen und die beiden gaben ein bezauberndes Pärchen ab. Allein der Größenunterschied ging ans Herz und als er sie übermütig hochhob und sich mit ihr im Kreis drehte, dachte ich nur “Halt das Mädel bloß gut fest, sonst fliegt sie durch den ganzen Saal.” Wieder war es das Liebesduett der Beiden (‘Die letzte Nacht der Welt’) und Chris’ flehentlich Frage ‘Gott, warum?’, die mir am meisten im Gedächtnis geblieben sind.

 

Eine etwas undankbare Rolle hatte diesmal Carin Filipčić als Chris’ Frau Ellen. Unbewusst und natürlich völlig unberechtigt machte man sie auch als Nichtkenner des Stückes dafür verantwortlich, dass Kim und Chris nicht zueinanderfinden.

 

Mein geheimer Star in diesem Block war ohnehin ein ganz anderer. Was war das denn für ein süßer Knirps, der den kleinen Sohn von Kim und Chris verkörperte? Irgendwie schien er die ganz Zeit nicht recht zu wissen, was er jetzt eigentlich machen sollte. So goldig!

 

Annika Firley und Sascha Kurth hatten jeweils nur kurze Auftritte, die sie aber auch wieder mit Bravour meisterten.

 

Ach ja, und dann gab es da noch einen zweiten GI namens John (Kevin Tarte), seines Zeichens bester Freund von Chris. Nach seiner Sturm- und Drangzeit kümmert er sich um das Schicksal vietnamesisch-amerikanischer Kinder und in dieser Funktion fällt ihm auch das Privileg zu, von den ‘Bui Doi’ zu erzählen. Wir erinnern uns an meine kleine große Schwäche für Kevin und für eben dieses Lied und deshalb war das, was jetzt kam, einfach Emotion pur.

 

Zum Abschluss des Abends und quasi als Zugabe gab es noch vier englischsprachige Titel aus Martin Guerre und The Pirate Queen, die allesamt gut anzuhören waren. Sascha Kurth und Annika Firley hatten je noch ein Solo, während jeweils die beiden Damen und die beiden Herren im Doppelpack auftraten. Und gerade das Duett von Jan Ammann und Kevin Tarte machte mal so richtig Lust auf das demnächst anstehende “The Gentlemen of Musical”-Konzert.

 

Ich hoffe inständig, dass die Beiden dabei das machen dürfen, was sie am besten können, nämlich singen und eindrucksvoll interpretieren und nicht zu irgendwelchen albernen Tanzeinlagen oder sonstigem Nonsens genötigt werden.

 

Aber erst mal lässt sich als Fazit des zurückliegenden Abends folgendes festellen:

1.) Er schreit förmlich nach einer Wiederholung! und 2.) Berichte über randalierende und sich prügelnde Jan und Kevin-Fans liegen bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor.