Tanz der Vampire, 07.10.2011, 19.30 Uhr + 08.10.2011, 14.30 Uhr - Palladium Theater Stuttgart

 

Noch einmal mit ganz viel Gefühl

 

Jetzt war er doch tatsächlich schon da: Der Moment, sich von den Stuttgarter Vampiren zu verabschieden. Wie schnell war die Zeit vergangen und eigentlich kam es mir wie gestern vor, dass wir am 31. Januar 2010 bei klirrender Kälte und Eisglätte den liebenswerten Geschöpfen in Oberhausen Goodbye gesagt hatten.

 

Ging diesem endgültigen Abschied ein nahezu exzessiver Show-Marathon voraus (ab Dezember mindestens eine Show pro Woche), war so ein unvernünftiges Verhalten diesmal aufgrund der Entfernung natürlich (leider!) nicht möglich.

Und so stellte sich meiner Schwester und mir zum gegebenen Zeitpunkt die Frage, noch einmal zwei schöne, relativ entspannte Shows zu erleben oder sich wieder in das Dernière-Getümmel zu stürzen, dass zugegebenermaßen natürlich auch seinen Reiz hatte.

Da uns allerdings die Vorstellung, dass dabei fanatische Tanz der Vampire-Fans auf fanatische Kevin Tarte-Fans und noch fanatischere Jan Ammann-Fans (wobei die Betonung ausdrücklich auf fanatisch liegt) trafen, die ihren wie auch immer gearteten Gefühlen mit hysterischem Gekreische im Dezibelbereich einer Kreissäge Ausdruck verleihen würden “etwas” abschreckte, wir auch gut auf den Anblick nur mäßig gut vampirmäßig-verkleideter Menschen verzichten konnten und es uns auch nicht sonderlich interessierte, ob nun möglichst viele Knicklichter strategisch günstig verteilt wurden oder ob es doch jemand schaffen sollte, einen Darsteller mit Rosen zu erschlagen, entschieden wir uns relativ spontan für die erste Möglichkeit.

 

Vielleicht war es eine Strafe für unsere Ignoranz/Arroganz, aber so zäh war die Fahrt nach Stuttgart noch nie. An dem neuralgischen Knotenpunkt A5/A8 ging mal so gar nichts mehr und auch das Argument des Grafen “Mit jeder Stunde des Wartens wird die Lust mehr entfacht...” war jetzt wenig hilfreich.

 

Dementsprechend leicht genervt erreichten wir unser Ziel und hätten einiges dafür gegeben, wie gewohnt das Millennium Hotel anzusteuern. Aber nicht genug, dass auf sämtlichen Autobahnen gebuddelt wurde, nein, auch das Hotel glich momentan einer mittleren Baustelle, was zur Folge hatte, dass das Zimmerkontingent nur eingeschränkt zur Verfügung stand und wir deshalb (man glaubt es nicht bei diesem Kasten) keine Unterkunft mehr bekommen hatten. Aber Hauptsache aus Millennium wird Dormero und die Zimmer haben Riesenflachbildfernseher (wer bitte braucht die in unmittelbarer Nähe zu zwei Musicaltheatern?).

Wie dem auch sei, wir fuhren also ein paar hundert Meter weiter und hätten uns angesichts der verkorksten Anfahrt auch nicht gewundert, wenn uns, entgegen den Bildern im Internet, eine üble Bruchbude erwartet hätte. Das war aber ganz und gar nicht der Fall und so wurden wir in einem kleinen, aber durchaus feinen Hotel freundlich begrüßt. Der Chef selbst, ein typischer Hotelier und ein noch typischerer Schwabe, erklärte uns lang und breit die Vorzüge seines Hauses, konnte sich kleine Sticheleien gegen das übermächtige SI-Centrum nicht verkneifen und zeigte uns schließlich höchstselbst unsere Zimmer. (Allerdings reichte der Service dann doch nicht so weit, dass er dabei unser Gepäck trug. Aber man kann ja nicht alles haben.)

Oben angekommen gingen die langatmigen Erklärungen weiter (Mensch, zeig uns, wie man die Zimmer aufmacht und gut is’), aber irgendwann trat der eifrige Mann doch den Rückzug an.

Wir verabredeten, in einer halben Stunde zum Si-Centrum zu gehen, um uns endlich eine wohlverdiente Stärkung zu gönnen. Hoffentlich war das Wiener Kaffeehaus nicht schon in Schutt und Asche gelegt.

 

Kaum an der Rezeption angekommen erschien auch schon wieder unser freundlicher Herbergsvater und sah so aus, als hätte es ihn sehr gefreut, in unsere Pläne für den Abend eingeweiht zu werden. Da wir dazu aber keine Notwendigkeit sahen, wollten wir mit einem freundlichen Gruß an ihm vorbeigehen und das Haus verlassen. “Momentle” ertönte da wieder die sonore Stimme, “ich musch Ihne noch etwasch zoige. (Ja, nee is’ klar...)

“Wenn Sie nach 23.00 Uhr heimkomme, müsche Sie die Zimmerkarte vor den schwarze Knopf nebe der Hauschtüre halte” wies er uns an und machte dabei ein Gesicht, als fände er es ziemlich ungehörig, sich so spät noch draußen herumzutreiben. (Und es hätte mich auch nicht gewundert, wenn er noch ein strenges “und übrigens, Herrebesuch isch nicht gestattet” hinzugefügt hätte.)

 

Jetzt doch einigermaßen amüsiert verließen wir das heimelige Haus und legten den knapp zehnminütigen Fußweg zurück. Und siehe da: Der Gott des süßen Genusses war auf unserer Seite, das Café existierte noch und mit jedem Schluck und jedem Bissen wurde auch unsere Laune immer besser. Daran konnte auch ein enervierender Dampfplauderer nichts ändern, der sich vor dem Café platziert hatte und versuchte, jeden der zufällig vorbeikam mit einem Bauhelm auszustatten und zum Besuch einer sogenannten Baustellenparty zu nötigen.

 

Noch besser wurde unsere Laune, als wir die Straßenseite wechselten und das Foyer des Palladium Theaters betraten. Und als dann auch noch der Name des Grafen meines Vertrauens vom Monitor herab lächelte konnte doch eigentlich nicht mehr viel schiefgehen. Oder doch?

 

Nach einem ausgiebigeren Blick auf die Castliste stellten wir fest, dass wir außerdem ein paar persönliche Besetzungs-Premieren erleben sollten, denn die Namen einiger Darsteller der zukünftigen Berliner Cast waren da zu lesen. Das versprach ja interessant zu werden.

 

An dieser Stelle muss ich mich mal selbst unterbrechen, denn von beiden Shows in aller Ausführlichkeit zu schreiben, würde dann doch etwas den Rahmen sprengen. Und da mir die Samstags-Vorstellung mehr zu Herzen gegangen ist, hier nur ein paar Worte zu denen, die nicht dabei waren, sprich: die nur freitags auf der Bühne standen.

 

Das war zum einen Linda Veenhuizen als Magda und es tut mir leid, aber als Magd habe ich ständig darauf gewartet, dass Hape Kerkeling die Perücke abnimmt. Auch wenn es sich absurd anhört, aber sie wirkte unglaublich verkleidet und somit wenig glaubhaft. Auch ihr Gesang war jetzt nicht unbedingt dazu angetan von diesen Äußerlichkeiten abzulenken. Später, zum Vampir geworden, gefiel sie mir etwas besser, blieb aber auch da weit hinter den Möglichkeiten zurück, die diese Rolle eigentlich bietet. Gleiches galt auch für Juliane Bischoff als Rebecca, aber wahrscheinlich haben die Damen einfach nur das Pech in die riesengroßen Fußstapfen einer Linda Konrad und einer Martine de Jager treten zu müssen.

 

Auch Vanni Viscusi stand nur am Freitag auf der Bühne. Allerdings konnte er da als Nightmare-Solo 2 einmal mehr zeigen, dass er nicht nur ein begnadeter Tänzer, sondern auch ein gut anzuhörender Sänger ist. Schön, ihn auch noch einmal ganz aus der Nähe zu sehen, als er als eleganter Ewigkeitsvampir mit markantem Federhut an uns vorbei schwebte.

 

Wenn ich jetzt schon einmal bei den"VIP's"/Ewigkeitsvampiren/ Knoblauchbauern bin: Das Ensemble war an beiden Tagen wieder grandios und auch zahlenmäßig sehr stark besetzt. Das waren für uns zwei ganz starke Abschiedsvorstellungen.

 

Und jetzt kommt das Dilemma: Ich muss alle Vorsätze über Bord schmeißen und an dieser Stelle für den Herrn Grafen bzw. für Kevin Tarte eine Ausnahme machen, obwohl er (zum Glück!!) auch am folgenden Tag gespielt hat. Denn seine Show am Freitagabend war irgendwie zu kurios um sie unerwähnt zu lassen.

Es fing schon mit der wenig gelungenen Haarpracht des adligen Mannes an. Eine missglückte Dauerwelle von irgendeinem Dorffriseur konnte nicht schlimmer aussehen als es diese Perücke tat. Breit beulte sich der Schopf über dem hohen Kragen, um sich an den Spitzen neckisch zu kringeln. Es sah so aus, als hätte Koukol mit seinen dicken Fingern Lockenwickler kreuz und quer in die Haare seines Meisters gedreht und sie anschließend nur sehr lieblos ausgekämmt.

 

Zum Glück drehte der Graf sich relativ schnell um und für einen kleinen Moment war alles gut. Aber wirklich nur für einen winzigkleinen. Was war das denn für eine Stimme? Sie schien von irgendwem irgendwoher zu kommen, aber nicht von dem Mann da oben. Der zog es auch vor, schnell in der Dunkelheit zu verschwinden und ließ mich (und wie ich später erfahren sollte auch meine Schwester) etwas irritiert zurück. Ganz dicke kam es bei der ‘Einladung zum Ball’, bei der ich ohne weiteres geglaubt hätte, der Dachgraf wäre es leid, nur den Mund zu bewegen und wollte jetzt endlich mal selber singen. So dermaßen fremd klang die eigentlich doch so vertraute Stimme, dass es beinahe schon beängstigend war. Das änderte sich auch nicht, als der Graf in persona auftauchte. Die Stimme klang so dumpf und hohl, als hätte er sich einen von Alfreds Wassereimern auf den Kopf gesetzt (was bei der Frisur verständlich wäre) und sänge nun darunter hervor. War der Ärmste so erkältet und/oder heiser oder sass da ein wahrer Meister seines Fachs am Mischpult?

 

Beim ‘Gebet’ kam Kevins Stimme überhaupt nicht gegen die seiner Mitstreiter an und auch die ‘Vor dem Schloss’-Szene hatte nicht annähernd die Magie vorangegangener Shows und so passte es auch, dass der Professor scheinbar seine Visitenkarten vergessen hatte und den Grafen mit leeren Händen dastehen ließ.

Nach der Pause besserte sich die Akustik geringfügig, aber mittlerweile hatte Kevin wohl nicht mehr die rechte Lust, gegen die Tücken seines Berufsalltags anzukämpfen. Ungewohnt reduziert spielte er seinen Part und verzichtete beinahe gänzlich auf all die kleinen Feinheiten, die ihn für mich in der Rolle so einzigartig machen. Und da meine Gedanken ja manchmal Purzelbäume schlagen, mußte ich (ich glaube ausgerechnet während der “Gier”) an das Stück Sachertorte denken, das ich vor ein paar Stunden gegessen hatte. Es war zwar lecker, aber es war weit vom Original entfernt. Und genauso war es gerade mit der Grafen-Interpretation von Kevin: Sie war nicht schlecht, aber es lagen Welten zwischen ihr und den meisten Shows, die ich mit ihm schon erleben durfte.

Nur eine Sache tröstete mich etwas über dieses verhaltene Spiel hinweg, nämlich dass Kevin mal gesagt haben soll, je intensiver und ausdrucksstärker er den Krolock spielt, desto schlechter geht es ihm. Nun, um sein Wohlbefinden mußte man sich an diesem Abend jedenfalls keine Sorgen machen.

Und jetzt ist auch Schluss mit der Kritik (die immer noch auf einem hohen Niveau ist), aber Herr Tarte ist ja selbst Schuld daran: Was hängt er die Messlatte auch so hoch?

 

Nach Ende der Show machten wir noch einen kleinen Bummel zur stage door, um aus einiger Entfernung das Treiben zu beobachten. Na, der neue Alfred (Michael Heller) war ja eingeschlagen wie eine Bombe (er ist aber auch ein Süßer) und gleich von einer dichten Mädelschar, die sich abwechselnd mit ihm fotografieren ließ, umringt. Er nahm es mit Humor und schien das ein oder andere Witzchen zu reißen, denn das Gekicher wollte kein Ende nehmen. Auch Marc Liebisch, der bisherige Wiener und baldige Berliner Herbert konnte seine Wirkung auf die Damenwelt testen und die schien aufgrund des aufgeregten Gegackers nicht klein zu sein.

Als dann noch drei gut mittelalte Damen mit roten Rosen in den klammen Händen und mit wild entschlossenem “Die sind für Kevin”-Blick auftauchten, war unsere Schmerzgrenze erreicht und wir beschlossen den geordneten Rückzug anzutreten.

 

Allerdings hatten auch wir lange genug herumgelungert, um wenigstens noch einen gut gelaunten Kevin die Treppe herunterkommen zu sehen, bevor auch er in einer Menschentraube verschwand.

 

Wenn wir jetzt allerdings dachten, viel mehr könne an diesem Tag nicht mehr passieren, sollte doch noch eine Begegnung auf uns warten, die eindeutig unter die Rubrik “Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht” fiel.

Wir bummelten also arglos (mitten in der Nacht und somit natürlich nach 23.00 Uhr) gemütlich den kurzen Weg vom Theater zu unserem Hotel, als wir auf einmal hinter uns schnelle Schritte und eine helle (und seltsam vertraute) Stimme hörten. Uns näherte sich eine kleine Gestalt mit Handy am Ohr und wenn auch von diesem schmächtigen Kerlchen keine große Gefahr auszugehen schien, guckten wir doch lieber noch einmal genauer hin. Und glaubten nicht wirklich was wir da sahen, denn trotz der übergroßen Kapuze erkannten wir klar und eindeutig unseren Rusty vergangener Tage: Kevin Köhler!

Da muss man bis nach Stuttgart fahren, um ihn, der so lange Zeit in Bochum sesshaft war, mal wiederzusehen. Und das noch zu einer Zeit und an einem Ort wo man nicht unbedingt damit rechnet. Wir konnten nur mutmaßen, aber wahrscheinlich erschien uns die Theorie, dass er als “Berliner Vampir in spe” schon mal die ein oder andere Probe mit seinen zukünftigen Kollegen absolvierte.

 

Dermaßen gut unterhalten hatten wir auch das Hotel erreicht und ich muss nicht erwähnen, dass wir eine gefühlte Ewigkeit brauchten, um den ominösen Knopf “nebe der Hauschtüre” zu finden, der uns Einlass gewähren sollte. In unserer Verzweiflung drückten wir auch sämtliche an der Tür angebrachten Klingeln und ich entschuldige mich bei jedem, den wir damit eventuell aus dem Schlaf gerissen haben. (Viele können es aber nicht gewesen sein, denn kein Schwein reagierte.)

Etwas peinlich war es dann, dass der größte und auffälligste (weil grün leuchtende) Knopf die “Sesam öffne dich-Funktion” hatte und uns gnädig eintreten ließ.

 

Ruhe sollten wir allerdings immer noch nicht finden, denn mit lautem Tatütata rasten noch eine geraume Zeit Feuerwehrautos die Plieninger Straße entlang, als gälte es das Feuer auf Manderley zu löschen.

 

Und dann war er da, der Tag unserer persönlichen Stuttgarter Tanz der Vampire-Dernière.

 

Nachdem wir an der Tankstelle dankend das Angebot einer feucht-fröhlichen Herrengruppe ausgeschlagen hatten, ihnen in ihrem Kleinbus doch ein bisschen Gesellschaft zu leisten, steuerten wir zum vorerst letzten Mal das Parkhaus des Palladium Theaters an.

Die Erfahrung hatte uns gelehrt, dass es unklug bis aussichtslos ist nach 12.00 Uhr zu versuchen, einen Tisch in einem Lokal des SI-Centrums zu bekommen. Was ja auch nicht weiter tragisch wäre, müßte man nicht um 14.00 Uhr bzw. 14.30 Uhr seinen Platz im Theater eingenommen haben. Also wollten wir uns zumindest schon mal in der Nähe des von uns bevorzugten Restaurants aufhalten, um vielleicht doch noch die Chance auf ein Plätzchen zu haben. So wie wir dachten allerdings auch gut fünfzig andere Menschen und so kam es, dass sich um 11.45 Uhr bereits eine ansehnliche Schlange vor dem Lokal gebildet hatte, was nicht wenig an den Anblick in einer Suppenküche erinnerte, wo arme Bedürftige für einen Teller warmes Essen anstehen. Als die Pforten etwas später geöffnet wurden, setzte der unbarmherzige Run auf die Tische ein und ich ziehe meinen Hut vor dem Personal, dass es auch angesichts dieser hungrigen Meute den Überblick und die Freundlichkeit behielt. Nicht nur, dass auch wir zu den Glücklichen zählten, die einen Tisch ergattert hatten, nein, lag dieser auch so günstig gelegen, dass wir einige Darsteller auf ihrem Weg zur Arbeit entdecken konnten. Vanni Viscusi, Toby Poole, Pierre Damen, Brett Hibberd und Paula Ferreira waren die, die ich mit Sicherheit erkannte und vor allem letztere, dieses winzigkleine und doch so energiegeladene Persönchen, ließ einen mal wieder erkennen, wie ungelenk und behäbig man doch selbst durch die Gegend latscht. Irgendwie frustrierend...

 

Noch mehr frustrierte mich allerdings der Gedanke, dass das gestern die letzte Vorstellung mit meinem Lieblingsgrafen gewesen sein könnte. Hatte ich im Vorfeld auch immer gesagt (und es auch wirklich so gemeint), dass ich gerne noch einmal Florian Soyka als Grafen sehen würde, hatte sich meine Meinung dahingehend doch grundlegend geändert. "Ich fänd's schon toll, wenn Kevin heute Nachmittag gräfeln würde" ließ ich meine Schwester dann auch wissen, was mir ein "Ach, wer hätt's gedacht?" als Antwort brachte.

 

Zunächst einmal sollten wir aber in völliger Unwissenheit bleiben, denn als wir das Foyer betraten, war der Monitor dunkel und auch die Castlisten schienen bereits vergriffen zu sein. Wenn das so bliebe, würde unsere letzte Stuttgarter Show ja nochmal richtig spannend und ich muss sagen, dass ich wirklich ein bisschen aufgeregt war.

 

Wären wir nicht wie die letzten Hinterwäldler ohne Smart-, I- oder sonstigen Phones unterwegs, hätten wir zu diesem Zeitpunkt bereits gewusst, dass sich Florian als braver Junge via Facebook krankgemeldet hatte. Da uns diese Information aber nun mal fehlte, machten wir uns einen Spaß daraus, uns vorzustellen, wie die beiden potentiellen Grafen (jeder halb angezogen und halb geschminkt) sich ein heißes Schnick-Schnack-Schnuck-Duell lieferten. Und da sie auch damit zu keinem Ergebnis kamen, gab es eben weder Castlisten, noch konnte der Monitor brauchbare Informationen ausspucken.

 

Richtig Angst und Bange wurde uns allerdings, als zum leicht verspäteten Beginn der Show nicht Jan Ammans gewohnte Grafenstimme ertönte, sondern sich eine nüchterne Stimme mit den Worten "Verehrtes Publikum..." meldete. Was kam jetzt? Etwa ein "...wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass sich zwei unserer Darsteller nicht einigen können und sich der Beginn der Show noch um ein paar Stündchen verschiebt?"

Aber nein: "...die heutige Vorstellung wird dirigiert von Christoph Böhnecker."

Oh, das war ja mal ein ganz unbekannter Name und deshalb gab es davon wohl auch keine vorgefertigte Grafenansage. Puh, Glück gehabt! Nachdem dann auch noch durch Graf Jan darauf hingewiesen wurde, doch bitte alles mitgeführte technische Gerät auszuschalten und tunlichst während der Show nicht zu benutzen, konnte jetzt unser allerletzter Tanz mit den Stuttgarter Vampiren losgehen.

 

Ein frierender Alfred stand in der Kälte und da sich die jungen Männer figur- und stimmmäßig ja doch alle ziemlich ähnlich sind, brauchte es einen Moment, um in ihm wiederum Michael Heller zu erkennen. Sehr schön, hatten wir ihn doch am Vorabend zum ersten Mal gesehen und waren gleich begeistert von ihm. Er macht seine Sache wirklich unglaublich gut und jeder ihm nachfolgende Alfred (und sei es auch einer mit einem schon bekannteren Namen, wie es ja wohl für Berlin geplant ist) wird es schwerhaben, ihm das Wasser zu reichen.

Sein Aussehen, seine Statur, seine Stimme - alles da für einen perfekten Alfred.

 

Er ist so einer, dem man jede Gefühlsregung ansieht und, ganz wichtig, auch abnimmt. Ich fand es herrlich, wie er schon alleine durch die Äußerung des Professors "Das Ziel unserer Mission ist ganz nah" zu viel kriegte. Sah man ihm das am Freitag nur an, so untermauerte er sein Unbehagen jetzt mit einem leisen, beinahe schon verzweifelten "Oh je". Da konnte ihn doch nur Magdas pralles Dekolleté ein wenig aufheitern, in das er dann auch mit sichtlicher Begeisterung beinahe hineinkroch.

Und natürlich war er auch ziemlich beschämt, als er ob dieser Freude einen tadelnden Seitenblick des Professors erntete.

 

Er war als ein sehr beflissener Assistent eifrigst bemüht, es dem Professor möglichst recht zu machen. Egal, ob er die Kleidung des alten Mannes ordentlich zurechtlegte, wie gebannt an dessen Lippen hing und ihm nachsprach oder einfach mal wieder einen Rüffel kassierte - er war immer hochkonzentriert bei der Sache.

 

Gut gefallen hat mir auch sein Zusammenspiel mit Sarah (“Das ist wirklich ein sehr schöner...” lange Pause + Stielaugen in ihren Ausschnitt “...Schwamm”) und die Tatsache, dass er ein echter Blitzmerker war, der relativ zügig checkte, dass seine Angebetete ihn nach Strich und Faden ausgetrickst hatte.

Als er nämlich, zwar mit Schwamm aber ohne Sarah, in seinem Zimmer stand, konnte man von seinen Lippen ein tonloses “Boah” ablesen, gepaart mit einem Gesichtsausdruck der sagte “das kann doch jetzt wohl nicht wahr sein.”

 

Als Sarah ihm vormachte, wie romantisch es ist mit ihm im Mondlicht zu stehen, platzte er fast vor Stolz und man hörte ihn regelrecht sagen: “Gell, ich kann Dir schon was bieten, oder?”

Sein ‘Für Sarah’ war richtig leidenschaftlich, seine Angst in der Gruft Mitleid erregend und es war zu niedlich, als er auch an diesem unheimlichen Ort dem Professor prompt gehorchte und von Sarah zu träumen begann.

 

Den Vogel schoss er allerdings im Tanzsaal ab, als er mit einem hilflosen “aber ich kann die Schritte doch gar nicht” versuchte, einer Vampirlady zu entkommen, die ihn unsanft zum Tanz nötigen wollte. Als er merkte, dass jeder Widerstand zwecklos war, schien er sehr genau nachdenken zu müssen, wie er seine Füsse zu setzen hatte und zählte zur Sicherheit laut mit: “Eins zwei drei - Eins zwei drei”

Super gemacht!

 

Christian Stadlhofer als Professor Abronsius war wieder eine Nummer für sich. Wo nimmt der Mann diese Fähigkeit her, jede Show ein bisschen anders zu gestalten? Am Samstag war es tatsächlich so, dass ich mich schon auf die Gruftszene freute, als er sich noch akribischer als sonst bettfertig machte. Urkomisch, welche Bemühungen er anstellte, bis der Zipfel seiner Nachtmütze dort war, wo er seiner Meinung nach hingehörte.

Schon da konnte man erkennen, dass hier (mal wieder) ein Christian in Hochform am Werk war. Wie tattrig er bei der ‘Wahrheit’ auf Alfred zuwankte und sich im nächsten Moment kindlich darüber freute, dass er bereits in der Wiege allen anderen überlegen war. Und wie locker der alte Mann noch in den Hüften ist, konnte man auch wieder ausgiebigst bestaunen...

Und natürlich wurde die Gruftszene wieder regelrecht zelebriert. Alfred wurde beschimpft, bekniet und beschworen - alles vergebens. Was blieb da noch anderes übrig als an"Meuuuutteeeeeeerrrrreeeiii!!!” zu glauben?

Zu diesem konfusen Auftritt passte es wie die Faust auf’s Auge, dass des Professors Hose nicht richtig zu war. Er bemerkte es mit einem kleinen “Oh” als er an sich runter guckte und behob das Malheur mit ein paar schnellen Handgriffen.

Bei ‘Bücher, Bücher’ mußte ich daran denken, wie ich Christian das erste Mal in Oberhausen (damals noch als Cover für die Rolle) gesehen hatte und zum ersten Mal die Namen all der bedeutenden Literaten verstand. Das ist jetzt fast drei Jahre her und an Christians deutlicher Aussprache hat sich rein gar nichts geändert. Man könnte auch sagen: Er ist, so lange er den Professor mittlerweile auch spielt, nicht schluderig geworden, was sicher auch ein Zeichen dafür ist, wie viel Spaß ihm die Rolle immer noch macht.

Ihn irgendwann, irgendwo als irgendwen mal wiederzusehen - darauf freue ich mich heute schon.

 

Marc Liebisch schwuchtelte als Herbert über die Bühne und was es mit dem Spruch “Kleider machen Leute” auf sich hat, führte er hier in Vollendung vor. Wie wenig ihm das Schlafanzugähnliche graue Kostüm der Wiener Inszenierung stand (von der beinahe gelben Perücke ganz zu schweigen), so gut sah er in dem altbekannten Herbert-Outfit aus. Vor allem später, als er mit weit offenem weißen Hemd und enger schwarzer Hose seinem angebeteten Alfred den Hof machte, sah er klasse aus.

Ein echter Hingucker war er bei ‘Carpe Noctem’, als er die “Traum-Sarah” hereinführte.

Diese grauen, offen getragenen Haare passten einfach unglaublich gut zu seinem eigentlich eher dunklen (Natur-)Typ.

Außerdem war es richtig schön (bei aller Wertschätzung für Florian Fetterle) mal wieder einen anderen Herbert zu sehen.

 

Marc sprühte nur so vor Spielfreude und baute immer wieder Kleinigkeiten in seine Rolle ein.

Zum Beispiel schien er richtig angeekelt zu sein, als der Professor Alfred sehr genau musterte, um herauszufinden ob es gar sein Assistent war, der den Grafensohn seine gute Kinderstube vergessen ließ.

 

Toll hörte sich auch immer sein Lachen an, dass er mal amüsiert, mal aber auch bitterböse von sich gab.

 

Vom guten Geschmack seines Vaters war Herbert so angetan, dass er ihm im Ballsaal eine elegante Kusshand zuwarf, als dieser auf Sarah wartete.

Nur der blöde Vampir, der ihn beim Tanzen verschmähte, schien ihn ein bisschen zu ärgern. Aber schnell hatte er sich einen Ersatz-Tanzpartner geschnappt und wirbelte mit ihm über das Parkett.

 

Er ist ein beinahe schon hyperaktiver Grafenspross... und das ist auch gut so.

 

Die Leistung der Tanzsolisten Paula Ferreira, Toby Poole und Pierre Damen war wieder einmal unbeschreiblich. Und wenn ich mich auch mit Toby Pooles etwas groberem Tanzstil angefreundet habe, hätte ich doch wenigstens einmal gerne Lucas Theisen als Black gesehen. Aber das sollte wohl nicht sein.

 

Jakub Wocial war am Freitag neben dem bereits erwähnten Vanni als Nightmare-Solo 1 auf dem Bett, wurde auf dieser Position am Samstag von Tim Edwards (zumindest laut Castliste, erkannt hätte ich ihn jetzt nicht) abgelöst und übernahm stattdessen das Nightmare-Solo 2.

Tim Edwards hatte außerdem noch das Vergnügen, in beiden Shows den Dorftrottel zu geben, was er mit großer Hingabe und niedlicher Tollpatschigkeit erledigte.

 

Der unverwüstliche Stefan Büdenbender koukolte sich wieder laut grunzend und schnaufend durch die Szenerie. Der Mann hat aber auch immer zu tun...

Nachdem ja mittlerweile feststeht, dass auch er mit nach Berlin gehen wird, bin ich mir fast sicher, dass dereinst auf seinem Grabstein stehen wird: Stefan “Koukol” Büdenbender.

 

Miriam Lotz (Rebecca) und Esther Hehl (Magda) gefielen mir etwas besser als ihre Kolleginnen am Vortag, konnten jetzt aber auch nicht den allergrößten Eindruck hinterlassen. (Wobei die Rebeccas an beiden Tagen beim ‘Gebet’ eine durchaus schöne Stimme hatten. Vielleicht liegen den Damen ja eher die sanfteren Parts.)

 

Immer mehr Eindruck macht hingegen Christoph Leszczysnki als Chagal, der sich auch immer wieder etwas einfallen lässt, um der Rolle Kontur zu geben. Diesmal kümmerte er sich besonders eifrig um den perfekten Sitz seiner Schläfenlocken, bevor er Magda seine Aufwartung machte. Man(n) möchte halt auch im Nachthemd nicht unfrisiert daherkommen...

 

Eine Überraschung der angenehmen Art stellte auch die neue Berliner Sarah Amelie Dobler dar.

Sehr hübsch und mit der richtigen Mischung aus Mädchen und Frau verstand sie es meisterhaft, sowohl dem jugendlichen Alfred als auch dem gestandenen Grafen gehörig den Kopf zu verdrehen.

Sie schien kaum abwarten zu können, endlich einen Blick in das von Koukol gebrachte Bündel zu werfen und musste sich doch zuerst Alfreds Liebesgeflüster anhören. Das quittierte sie dann mit einem Blick à la: Ja ja, Du bist schon ganz in Ordnung, aber da draußen wartet noch etwas viel spannenderes auf mich.

Ihr Schauspiel war wirklich zu jeder Zeit glaubhaft und angemessen und das Allerbeste: Ihre Stimme liegt nicht im Frequenzbereich einer Trillerpfeife.

 

Tja und was war jetzt mit dem Grafen?

Tatsächlich wussten wir ja bis zum letzten Moment nicht, wer da aus dem Dunkeln auftauchen würde.

 

Erst als der Umhang leicht an meinem Bein entlang strich, sah ich nach oben und stellte doch einigermaßen hocherfreut fest, dass es tatsächlich noch einmal Kevin war, der unsere letzte Show in Stuttgart zu einer unvergesslichen Reise auf den Flügeln der Nacht machen sollte.

 

Und als ob es schon das Zeichen für eine geniale Show sein sollte, hatte auch die Perücke etwas an Scheußlichkeit verloren und die Haare fielen um einiges glatter auf die Schultern der schwarzen Gestalt.

 

“Nun freu dich...” hauchte der Graf Sarah verführerisch zu, verschwand so geheimnisvoll wie er aufgetaucht war und ließ mich mit einem richtig guten Gefühl zurück.

 

Und spätestens bei der ‘Einladung zu Ball’ wurde dieses Gefühl bestätigt. Da war er wieder: DER Graf meiner Träume mit der unverwechselbaren Stimme.

Sein stürmisches, beinahe aggressives Eindringen ins Badezimmer bekam durch eine kleine Unachtsamkeit von Alfred/Michael nochmal besonderen Nachdruck verliehen. Das ungeschickte Kerlchen hatte nämlich die beiden Wassereimer nicht wie sonst hintereinander neben die Wanne gestellt, sondern nebeneinander nahe der Wand stehen lassen. Der Graf, ganz darauf bedacht Sarah ihr langweiliges Leben hinter verschlossenen Türen vor Augen zu führen, hatte für solche Kleinigkeiten natürlich keinen Blick und stieß mit einem großen Schritt polternd einen der Eimer um.

 

‘Vor dem Schloss’ war die Traurigkeit des Grafen fast körperlich spürbar, als er versunken seinen melancholischen Worten ”Endlos ist das Meer der Zeit, doch man kann nur am Ufer leben. Von der Krankheit der Traurigkeit kann es keine Erlösung geben” hinterher zu schauen schien und sie mit einem resigniertem “Tja” bekräftigte.

 

Nach diesem Erlebnis hätte es ja eigentlich einen Moment des Innehaltens gebraucht, aber als die angehenden Lichter die Pause signalisierten, beeilten wir uns doch ins Foyer zu kommen. Erstens galt es noch Castlisten zu organisieren und zweitens wartete ein Tisch mit zwei dampfenden Tassen Kaffee auf uns, den wir in beinahe nicht zu überbietender Weitsicht vorab reserviert hatten. (Aus Schaden wird man klug, denn zu oft hatten wir die Hälfte der Pause damit verbracht, an der Bar anzustehen um eine Bestellung loszuwerden und mussten danach feststellen, dass die verbleibende Zeit nicht mal ausreicht, um das heiße Gebräu überhaupt austrinken zu können.)

Die Stärkung tat jetzt aber auch wirklich gut, denn ich war doch ein wenig aus der Fassung geraten. Wahrscheinlich fragt sich der ältere Herr immer noch, warum ich ihn so strahlend angelächelt habe. Dabei hatte er nur gefragt, ob er sich samt seiner Familie mit an unseren Tisch stellen dürfe. (Guter Mann, Sie wissen gar nicht, was Sie im Moment alles dürften...)

 

Auch das Ende der Pause sollte erfreulich verlaufen, denn zum ersten Mal seit etwa eineinhalb Jahren stand ich einer Bekanntschaft aus dem www. leibhaftig gegenüber. Und was kann es Besseres geben, als wenn diese Person genauso ist, wie man sie sich vorgestellt hat und man sich prima mit ihr unterhalten kann? Hoch an rechne ich ihr auch die Tatsache, dass sie wirklich nur ganz kurz überlegen mußte und mich dann gleich richtig einordnete. Also Jutta, wenn Du das liest (und ich weiß ja, dass Du das machst) auch nochmal an dieser Stelle: Es war schön Dich kennengelernt zu haben und das Käffchen holen wir nach.

 

“Glänzende Augen...” und da war er wieder der Moment, auf den ich mich bei jeder Show freue: Die ‘Totale Finsternis’. Zoom auf das Grafengesicht um bloß keine, wenn auch noch so kleine, Regung zu verpassen. Ihr lieben Menschen in der Ahnengalerie, macht was ihr wollt. Esst ein Butterbrot, löst ein Kreuzworträtsel oder meinetwegen zieht euch aus und tanzt nackt in euren Bilderrahmen; es ist mir egal, weil ich es gar nicht mitkriegen würde. Wenn es in dem Moment einen Preis für das debil-glücklichste Gesicht im ganzen Saal gäbe - ich würde ihn bekommen.

 

Nachdem mir nach der ‘Ewigkeit’ noch eine hübsche Vampirdame am Hals hing und kräftig ins Ohr fauchte, war es tatsächlich schon wieder so weit und der Graf beklagte seine ‘Unstillbare Gier’.

Was folgte waren ein paar Minuten voller Emotionen...

Jedes Wort, jede Geste, jeder Blick sass, die Einsamkeit des Grafen war beinahe greifbar und seine Gefühle wechselten scheinbar mühelos zwischen Melancholie, Zorn, Traurigkeit, Ironie und grenzenloser Resignation...

Kurz: Es war eine darstellerische Meisterleistung!

 

Mit den Worten “Euch Sterblichen von morgen...” fixierte diese faszinierende Gestalt scheinbar jeden Anwesenden einzeln. Und dabei schien sein gelangweilt-verächtlicher Blick zu sagen: “Und IHR seid nicht einen Deut besser als ich.”

 

Nur kurze Zeit nach dieser Gefühlsexplosion zeigte sich der Graf seinem Volk und eröffnete mit rockigen Tönen den langersehnten Ball. Und obwohl ihm die Begeisterung seiner Leute merklich gefiel, zog er sich schnell an den Rand des Geschehens zurück. Galt es doch, Sarah mit kleinen Gesten und einem aufmunternden Lächeln Vertrauen zu schenken und sie zu sich zu locken.

Damit war das Schicksal des Mädchens aber auch besiegelt, denn nur kurze Zeit später zierte ein kleines rotes Rinnsal das gräfliche Kinn. Sichtlich erleichtert, aber auch mit einer Spur Bedauern und Trauer im Blick zeigte der Graf seinem Volk das bedauernswerte Sternkind und beantwortete ihren ängstlich-fragenden Blick in leicht vorwurfsvollem Ton mit “Du hast Dich gesehnt danach, Dein Herz zu verlier’n...”

 

Ja, und dann war es wirklich und wahrhaftig vorbei. Ein letztes Mal forderten die Vampire zum Tanz auf und der letzte Ton war noch nicht verklungen, als das gesamte Theater (gut, ein paar arme Irre gibt es immer) sich wie ein Mann erhob. Vielen Leuten schien es wie uns zu gehen: Sie sahen die Show an dieser Stelle zum letzten Mal. Obwohl jeder Darsteller frenetischen Applaus bekam, war es faszinierend, mit welch einem Beifallsorkan ein strahlender Kevin Tarte bedacht wurde. Und der nahm die ihm entgegengebrachten Sympathiebekundungen mit seiner ihm eigenen, sehr angenehmen, Mischung aus Freude, Stolz und Bescheidenheit entgegen.

 

Für mich hätte unsere letzte Stuttgarter Show gar nicht schöner sein können. Aber wie sollte es auch anders sein?

 

Bei diesem Grafen mit dem unglaublichen Gefühl...