Tanz der Vampire, 25.06.2011, 14.30+19.30 Uhr + 26.06.2011, 14.00 Uhr - Palladium Theater Stuttgart /

Ich war noch niemals in New York, 24.06.2011, 19.30 Uhr - Apollo Theater Stuttgart

 

Eine Einladung zum Frühstück, ein gefallener Diener und ein Graf, der die Sinne berührt

 

“Stuttgart, wir kommen” hieß es endlich wieder und so machten sich meine Schwester und ich am Freitag recht frohgelaunt auf den Weg ins Ländle. (Allmählich verstehen wir die Zugvögel, die es ja auch immer wieder unwiderstehlich nach Süden zieht.)

 

Die Fahrt bedeutete diesmal für uns auch eine persönliche Premiere, denn zum ersten Mal stand am Abend ein Besuch von ‘Ich war noch niemals in New York‘ auf dem Programm. Ein Musical, das uns bisher nicht wirklich magisch angezogen hatte. Aber da es ja praktischerweise auf der anderen Straßenseite der Vampire lag konnte man ja auch dort mal vorbeischauen.

 

Nach einer reibungslosen und vor allem weitestgehend staufreien Anfahrt, dem Einchecken ins Hotel und einem leckeren Käffchen nebst Kuchen war es dann auch schon so weit und wir konnten den kurzen Weg ins Apollo Theater antreten.

Hier war es für mich ein geradezu ekstatisches Vergnügen aus dem ganzen Bündel von Eintrittskarten (schließlich lagen vier Shows und eine Backestageführung vor uns) die richtigen herauszusuchen. Hach, wat schön!

Wie es manchen Menschen eine unbändige Freude bereitet, Geld anzufassen oder gar daran zu riechen, kann es für mich nichts Schöneres geben, als ein rosa- orange- oder wie auch immer farbiges Kärtchen in der Hand zu halten. Und zum Glück denke ich zu diesem Zeitpunkt weder an die Kohle, die den Gegenwert zu diesem Stück Papier ausmacht, noch an den Moment, wenn alle Karten eingerissen und nur noch Erinnerungen an wunderbare Momente sind.

 

Im Foyer fiel auf, dass hier der Altersschnitt des Publikums höher war als bei anderen Stücken. Diese Tatsache ließ einerseits hoffen, dass unkontrollierte Kreischattacken ausblieben, andererseits aber auch die Befürchtung aufkommen, dass sich manch Einer zum Mitsingen der bekannten Udo Jürgens-Hits animiert fühlen könnte.

 

Ein Blick auf die Castliste offenbarte viele uns unbekannte Namen, aber durchaus auch den Einen oder Anderen (alt)bekannten.

 

Mit am meisten freute uns der Name Bernd Steixner, der als Dirigent die heutige Vorstellung leiten sollte und für uns untrennbar mit der tollen Oberhausener Vampirzeit verbunden ist.

 

Es ist immer spannend, in einem Musical zu sitzen und nicht zu wissen, was da so alles auf Einen zukommt. Nun, als erstes kam einmal der besagte Herr Steixner, dann die obligatorische Ansage von wegen Mobiltelefone und Bild- und Tonaufnahmen (alles auf eine Kreuzfahrt zugeschnitten) und dann ging es mit einem schwungvollen Udo Jürgens-Ohrwürmer-Medley los und schon wippte der Fuß im Takt mit.

 

Die Geschichte fing an, das ganze Ensemble schien blendender Laune zu sein und es war ein Vergnügen zuzusehen. Daran konnte auch die Tatsache nichts ändern, dass genau hinter uns einige sangesfreudige Menschen sassen, die vor allem bei den bekannteren U. J.-Stücken lauthals mitmachten.

Riesig Spaß machte es uns natürlich, die wenigen uns bekannten Darsteller zu suchen und zu finden. Da war als Erster mal Karim Khawatmi (als Axel Staudach). Ihn hatten wir beim letzten Borchert Besinnlich-Konzert zum ersten Mal gesehen und waren gleich angetan von ihm. Schön also, ihn hier wiederzusehen.

Ich weiß nicht, wie die Rolle von anderen Darstellern gespielt wurde, aber Karim verkörperte sie in meinen Augen perfekt. Das er, der ja im wahren Leben ein begnadetet Fotograf ist, auch hier als solcher auf der Bühne steht, hat schon beinahe etwas tiefsinniges.

Besonders gut gefallen hat mir sein Zusammenspiel mit seinem Bühnensohn Florian (Felix Hoppmann). Die Beiden könnten glatt als echtes Vater/Sohn-Gespann durchgehen.

 

Da er neben einer angenehmen Stimme auch noch über ein mindestens genauso angenehmes Äußeres verfügt, wäre über sein Angebot ‘Bleib doch bis zum Frühstück’ (vorgetragen im weißen Seiden-Pyjama!) direkt mal nachzudenken.

 

Überhaupt wurde dem Auge viel geboten, denn in einer Szene (Asche auf mein Haupt, aber ich habe vergessen in welcher) schälten sich plötzlich vier gut gebaute Tänzer aus ihren Klamotten und standen in knappen schwarzen Unterhosen auf der Bühne.

Einer von ihnen war Philipp Hägeli, der uns seit einigen Jahren bei der immer wieder stattfindenden Musical Highlights-Tour begeistert, weil er sich da in jedem seiner Parts immer voll reinhängt. Er ist auch so ein Multitalent, das scheinbar mühelos von ernst auf komisch umschalten und sich dabei auch noch zum Niederknien bewegen kann. Und so stach er auch hier immer wieder aus der Masse hervor, weil er stets noch eine Schippe gegenüber seinen, keinesfalls schlechten, Kollegen draufzulegen schien.

 

Als letzten “Bekannten” waren wir auf Uli Scherbel gespannt. Jenem Uli Scherbel, dem ich während seiner Zeit als Joseph im Colosseum Theater in Essen mehr als ungnädig gegenübergestanden habe, denn in dieser Rolle wollte ich seinerzeit nur Andreas Bieber sehen.

Ihm stehen die mittlerweile über zehn Jahre mehr im Gesicht ausgesprochen gut und auch seine teilweise recht affektierte Sing-und Sprechweise ist fast gänzlich verschwunden.

Seinen rührendsten Auftritt hatte er, als er mit seinem Costa die berühmte “Ich bin der König der Welt”-Szene aus Titanic nachstellte.

Er passte wirklich in die Rolle des quirlig-überdrehten Stylisten Fred Hoffmann und trotzdem mußte der arme Kerl, wenn auch nur in meinem Kopf, schon wieder einen Konkurrenzkampf gegen seinen ehemaligen Kollegen antreten. Denn kurioserweise spielt Andreas Bieber ja genau diese Rolle in der Wiener IwnniNY-Produktion. Und ungesehen glaube ich, dass er es bestimmt noch einen Tick besser macht...

 

Heimlicher Star des Abends war aber ein gewisser Horst Kulmbrein, der als schwuchtelig-wuseliger Steward zwar wenig zu singen hatte, aber mit seiner köstlichen Komik das ganze Szenario immer wieder herrlich aufmischte und dafür am Ende auch mit Riesenbeifall belohnt wurde.

 

Und wenn man sich auch teilweise in ein Boulevardtheaterstück versetzt fühlte (alle verfügbaren Türen wurden geöffnet und wieder geschlossen, Menschen verschwanden dahinter, um sich voreinander zu verstecken und am Ende standen sich doch alle gegenüber, die sich eigentlich nicht gegenüberstehen sollten), ist es doch ein Musical, das bestens unterhält. Auch wenn es für mich (Gott sei Dank!) kein Suchtpotential hat, würde ich es mir immer wieder gerne ansehen.

 

So, der erste Teil unseres Musical-Marathons war also schon absolviert und am Samstag Vormittag erwartete uns die Backstageführung bei IwnniNY.

 

Die Zeit bis dahin überbrückten wir mit einem kleinen Gang ums Millenium Hotel und wunderten uns über zahlreiche Menschen, die mit gebannten Gesichtern nach oben starrten. Meine Güte, es wollte doch wohl kein Musicalverrückter seinem Leben ein Ende setzen, weil er erfahren hatte, dass am Nachmittag nicht seine Wunschbesetzung spielen würde...

Vorsichtig riskierten wir also auch einen Blick auf den Hotelturm und sahen tatsächlich einen Menschen, der sich vorsichtig (und glücklicherweise mit einem Seil gesichert) über die Kante schob, um dann kopfüber die siebzehn Etagen hinab zu spazieren.

House Running heißt das Zauberwort und meine Meinung dazu ist relativ einfach: Hätte Gott gewollt, dass ich mich an einem Faden an Hausfassaden entlang bewege, hätte er mir acht Beine gegeben und aus mir eine Spinne gemacht.

 

Da bewegte ich mich doch viel lieber in den teilweise engen Gängen im Backstagebereich des Apollo Theaters. Es war interessant zu erfahren, dass die Kulissen teilweise aus denselben Materialien bestehen, wie sie auf echten Kreuzfahrtschiffen vorkommen, dass die Kostüme vielfach mit Swarovski-Steinen benäht sind und dass dieses Musical den größten Bühnenwagen (20 Tonnen schwer) hat, der je auf einer deutschen Bühne zu sehen war. Außerdem sahen die Tortenstücke aus der ‘Aber mit Sahne’-Szene so echt und lecker aus, dass man eigentlich nur noch hinein beißen wollte. Der junge Mann, der uns in diese ganzen Geheimnisse einweihte, hat seine Sache sehr gut gemacht und mußte selbst ein bisschen lachen, als er verriet, dass die verschiedenen Darsteller des Florian Staudach in einer Szene auch einmal ganz kurz als kleines Mädchen verkleidet auf der Bühne zu sehen sind. O-Ton: “Ich glaube, das wird denen vorher aber nicht gesagt.”

 

Außergewöhnlich war bei dieser Führung, dass unsere Gruppe aus zahlreichen älteren Damen (Ü60) bestand, die sich zwar mit jedem Wort als Musical-Neulinge outeten, aber dafür dahin schmolzen, als sie hörten, dass sich in dem Stück zwei Senioren ineinander verlieben und zusammen nach New York durchbrennen.

 

Somit war auch der zweite Programmpunkt abgehakt und jetzt lagen sage und schreibe drei Tanz der Vampire-Shows vor uns.

 

Rückblickend kann ich feststellen, dass sie erstens mal wieder viel zu schnell vorbei waren und dass wir zweitens jedes Mal eine fantastische Cast hatten.

Auch das vertraute Schnaufen von Klaus Wilhelm (Dirigent am Samstagabend und Sonntagnachmittag) führte dazu, dass wir uns sofort wieder rundum wohl fühlten.

 

Außerdem gab es auch wieder ein paar uns noch unbekannte Details bei den Kostümen/Requisiten zu bestaunen. So war die Hose des “Napoleon-Vampirs” jetzt aus glänzendem Stoff, was ihr zusammen mit den hohen Stiefeln ein besonders edles Aussehen verlieh und auch die Handschuhe des Professors sahen irgendwie anders (heller) aus als sonst. Alles in den Schatten stellte aber der Schwamm, den der Graf Sarah spendiert hatte, denn er war nochmal um ein vielfaches größer und vor allem voluminöser als vorher.

 

Wie immer habe ich mich gefreut, wenn ich im Ensemble ganz besonders vertraute Gesichter entdecken konnte. Und die muß ich natürlich auch hier erwähnen.

Da wäre Johan Vandamme, der in allen drei Shows in den unterschiedlichsten Rollen glänzte (am Samstag meine ich ihn u. a. als Dorftrottel erkannt zu haben) und dabei immer so motiviert wirkte als stände er zum ersten Mal in diesem Stück auf der Bühne. Hochachtung!

Und natürlich mein unverwüstlicher Vanni Viscusi. Samstag Abend und Sonntag Nachmittag war er dabei und gerade am Samstag war es schön zu sehen, dass auch er, der beim Schlussapplaus oft so ernst und in sich gekehrt wirkt, mit den Anderen lachte und ausgelassen herum hüpfte. Ich mag ihn einfach und es wäre zu schön gewesen, hätte er wenigstens einmal den Black getanzt. Aber auch im Ensemble ist er für mich immer ein Blickfang.

 

Als Black und “Rote Stiefel-Graf“ erfreute uns mit Zoltan Fekete jemand, den wir noch nicht kannten. Als er zum ersten Mal als Grafen-Double erschien, war ich doch einigermaßen geplättet. Wat‘n lecker Schätzken! So hübsch und wie konzentriert er darauf achtete, seiner Sarah nicht unnötig wehzutun.

Selbst als er sich einmal seinen Umhang über den Kopf zog, als er Sarah von seinen Schultern rutschen ließ und die nächsten Tanzschritte im Blindflug absolvieren musste, behielt er Haltung. Und wie korrekt er sich immer seine Weste richtete, bevor er sich hinkniete, um Sarah ihren Handstand auf seinem Bein machen zu lassen... Er hat mich echt fasziniert.

 

Auch als Black machte er eine gute Figur. Wie er zunächst einmal so eine Art Handstand über Sarah vollführte und sich daraus dann vorsichtig auf sie gleiten ließ, war schon sehenswert.

 

Die ”Tanz-Sarah“ wurde von Paula Ferreira dargestellt und die scheint keine Knochen zu haben. Wenn sie “tot“ von den Nightmare-Vampiren weggetragen wird, möchte man ihnen zurufen “Brecht das Mädel nicht durch!“ So sehr hängt sie im Hohlkreuz und mit weit nach hinten gebogenem Kopf da oben in der Luft. Besonders dramatisch wirkte das am Sonntag, da der schwarze Vampir und sein weißer Kumpel ganze Arbeit geleistet und an ihrem Hals ein wahres ”Blutbad” angerichtet hatten.

 

Pierre Damen, der kleine Tanzfloh, war eben dieser White und jedes Mal toll.

Wie süß er seine Sarah immer beobachtete und wie gewinnend er ihr zulächelte, als er schon längst zum Vampir mutiert war. Über die dämliche Perücke rege ich mich schon gar nicht mehr auf, zumal der einzelne Darsteller darauf ja eh keinen Einfluss haben wird. (Hoffe ich zumindest, wenn ich an das unsägliche Teil denke, das der Graf am Samstag Nachmittag auf dem Kopf hatte.)

 

Die Gesangssolisten des Wochenendes waren Christopher Busse (Nightmare-Solo 1) und Jakub Wocial (Nightmare-Solo 2).

Es war lustig zu sehen, wie von Christopher auf dem Bett zunächst nur eine Hand erschien, die zweite ganz langsam folgte und erst dann sein Gesicht auftauchte.

 

Jakub gehört eigentlich auch in die Kategorie ”Sehr hoher Erkennungswert”.

Neben seinem Auftritt am Bett war er natürlich auch wieder als Knoblauch-Bauer, als Ewigkeitsvampir und in der Ahnengalerie dabei. Hier fiel er mir besonders auf, da er in seinem Bilderrahmen eine Haltung hatte, als hielte er sich ein Handy ans Ohr. So typisch für die heutige Zeit, damit so gar nicht passend zu der altertümlichen Kleidung mit der gepuderten Perücke und gerade deshalb zum schmunzeln.

 

Auch Lucas Theisen gehört in die o. g. Kategorie und Samstagnachmittag gelang es wieder mühelos, ihn in den unterschiedlichsten Rollen auszumachen. Speziell als Ewigkeitsvampir mit Markenzeichen zuckender Finger und gestreifter Kniebundhose gefällt er mir immer besonders gut. Dieses Gefallen schien diesmal beiderseitig zu bestehen, denn im Ballsaal fixierte er mich mit beinahe schon irrem Blick.

Nun bin ich nicht so vermessen zu glauben, dass er sich mein Gesicht gemerkt hat, aber irgendwie mutet es schon etwas komisch an, dass er gut vierundzwanzig Stunden später (er in einer anderen Rolle, ich auf einem anderen Platz) regelrecht Körperkontakt gesucht hat.

Samstagabend und Sonntagnachmittag sollte er nämlich als buckliger Diener Koukol unterwegs sein. Und sollte der Graf ihm ein Zeugnis ausstellen, so würde darin stehen: ”Er erledigte alle ihm übertragenen Aufgaben zu meiner vollsten Zufriedenheit.“ Nur eine Sache bereitete mir von Anfang etwas Sorgen: Seine Jacke schien etwas zu lang geraten. Um genau zu sein, reichte sie bis auf den Boden, was mir in Kombination mit den riesigen unförmigen Füßen etwas gefährlich schien.

 

”Bring sie zurück“ befahl ihm der Graf und unser pflichtbewusster Diener hastete den drei Fliehenden hinterher. Auf der Treppe verharrte er noch einmal kurz und das Nächste, woran ich mich erinnern kann, ist ein auf mich zu stolpernder, unförmiger Körper. Keine Ahnung, ob er sich wirklich irgendwie verheddert hat, ohne Grund ins Stolpern kam oder einfach nur eine kleine Einlage bieten wollte. Jedenfalls suchten ”sanfte“, wenn auch riesengroße Hände an meinem Bein Halt und ein “liebes“ Gesicht kam dem meinem ganz nah... Ach ja und es hätte alles so schön werden können, aber leider raffte sich meine Zufallsbekanntschaft gleich wieder auf und verschwand in der Dunkelheit. (Am liebsten hätte ich ihm nachgerufen ”Ey, schick Deinen Chef auch noch vorbei!“) Das es meine Schwester vor Lachen beinahe zerrissen hätte, muß nicht noch extra erwähnt werden, oder?

Denn überhaupt stand diese ganze Show für mich irgendwie unter dem Motto: ”Mittendrin statt nur dabei!“ Vorher hätte mich nämlich schon ein vorbeiziehender Ewigkeitsvampir beinahe mit seinem Umhang erschlagen und einer nachfolgenden Kollegin von ihm gefiel es, mir zärtlich den Kopf zu kraulen. ”Jaahaa, ihr Vampire, ich habe Euch auch lieb!“

 

Sven Prüwer hauchte der buckligen Gestalt am Samstagnachmittag Leben ein und wie in eigentlich jeder seiner Rollen tat er das mit sehr viel Liebe zum Detail. Mit wissendem Gesicht lauschte er Alfreds Schmachterei, malte mit seinen “Fingerchen“ ein Herz in die Luft und wurde erst etwas ungehalten, als Alfred sein köstliches Frühstück nicht genügend würdigte. Klar, dass dann mit besonderer Inbrunst in den Haferschleim gespuckt wurde. Als er den Sarg mit Magda und Chagal in die Gruft geschoben hatte, wäre es nicht Sven gewesen, hätte er sich nicht selbst anerkennend auf die Schulter geklopft.

Schade, dass er nur in dieser Vorstellung auf der Bühne war, denn einmal hätte ich ihn zu gerne auch mal wieder als Professor gesehen.

 

Drei der so genannten Hauptrollen waren in allen drei Vorstellungen gleich besetzt:

Florian Fetterle ist für mich in Stuttgart so etwas wie der ewige Herbert. Ganz selten hatte ich mal jemand Anderen in der Rolle und gegen ihn ist ja auch gar nichts zu sagen, aber ein bisschen Abwechslung (z. B. durch Vanni) wäre schon ganz nett gewesen. Obwohl, wenn ich es mir recht überlege, waren das jetzt die letzten Shows mit ihm, denn beim nächsten Stuttgart-Trip kurz vor der Derniere wird er schon nicht mehr da sein und bereits als Maxim de Winter in St. Gallen auf der Bühne stehen. (Ehrlich gesagt fehlt mir die Fantasie, ihn mir in dieser Rolle vorzustellen.) Hier und Jetzt war er aber wieder ein Herbert vom Feinsten, sein beleidigtes ”Tssss“ und das anschließende gezierte wegtrippeln oscarreif und sein weinerliches Gesicht, als der Professor ihn verprügelte einfach nur zu schön. Genial war auch sein verführerisch gehauchtes “Hallo“, als er Alfred nach dessen Flucht in Empfang nahm.

 

Linda Konrad als Magda - groß, rockig, Hammerstimme. Neben ihrem absoluten Sahnestück ”Tot zu sein ist komisch“ gefällt sie mir in der Gruft von Mal zu Mal besser. Wie sie sich da den weitaus kleineren Chagal locker unter den Arm klemmt... göttlich.

Sollte sie bei der Elisabeth-Tour tatsächlich ab und an als Erzherzogin Sophie auf der Bühne stehen, wird sie ihrem laschen Sohn wohl ordentlich Beine machen.

 

Bei dem erwähnten Chagal handelte es sich um Christoph Leszczynski und er ist jetzt mal wirklich in diese Rolle hineingewachsen (sinnbildlich gesprochen). Anfangs wirkte er ja regelrecht blass und langweilig, aber mittlerweile hat er dem lumpigen Kerl doch unverkennbar seinen Stempel aufgedrückt. Egal ob er mit listigen Äuglein die Tür von Sarahs Zimmer zunagelt, den vorwitzigen Alfred rabiat in seine Schranken weist oder sich in schönster Rumpelstilzchen-Manier und mit wehendem Nachthemd über seine ungehorsame Tochter ärgert. Diesmal bedachte er auch seine Frau jedesmal mit einem vorwurfsvollen Kopfschütteln und einem Blick nach dem Motto ”Siehst Du, das hast Du jetzt davon. Was hast Du mir auch aufgelauert“, wenn der Professor seinen fast eingeschlagenen Schädel beklagte.

 

Seine Frau Rebecca, dass waren Juliane Bischoff (in beiden Shows am Samstag) und Jeanne Marie Nigl am Sonntagnachmittag. Allzu unterschiedlich legten sie die Rolle nicht an und waren mir persönlich deshalb auch Beide nicht resolut genug. Beim ’Gebet‘ hörten sich ihre Stimmen zwar gut an, aber alles in allem gibt es Rebeccas, die stärker in Erinnerung geblieben sind.

 

Christian Stadlhofer - und da reichen eigentlich vier Worte: Ein Professor in Höchstform!

In wie vielen Varianten kann man eigentlich feststellen ”Ich hänge fest“?

Drei verschiedene durften wir am Wochenende kennen lernen und ich bin mir sicher, wären es noch ein paar Shows mehr gewesen, er hätte sich jedes Mal etwas Neues einfallen lassen. Sagenhaft!

Er baute an immer anderen Stellen kleine Pointen ein und zeigte bei ’Wahrheit‘ ein Hüftschütteln, das seinesgleichen suchte. Vieles ist schwer wiederzugeben, denn man muß einfach die Betonung gehört haben.

Nett auch sein Einfall, dem untoten Chagal den Pflock nicht nur ins Herz zu stoßen, sondern auch in den Unterleib. Aber Professorchen, dass dort bei manchen/vielen (allen?) Männern das Gehirn sitzt, ist ja bekannt. Aber das Herz? Da müssen Sie irgendwas verwechseln...

Bei ihrem unrühmlichen Rückzug aus der Gruft bedachte er den armen Alfred mit allerlei Kosenamen. Titulierte er ihn am Samstagnachmittag noch als ”Rotzlöffel“, machte er am Sonntag einen ”Knilch“ aus ihm.

Ganz großes Kino der Mann.

 

Tim Edwards war in beiden Shows am Samstag der Alfred und wie süß ist der denn bitte? Und so klein...

Als Herbert ihm auf die Pelle rückte, fing er beinahe an zu weinen und sein Gesicht, als dieser nach seiner Flucht schon wieder hinter ihm stand, war eine Mischung aus Ergebenheit, Ekel und Entsetzen. Beim Sprechen hörte man einen kleinen, liebenswerten Akzent, der bei seinem Gesang aber überhaupt nicht da war. Sein ’Für Sarah‘ war auch richtig niedlich, auch wenn er nachmittags etwas vor der Musik war und seine Tasche schon vor dem letzten ”Sarah“ fest an sich drückte. Abends passte dann alles perfekt, da war er nur einmal nicht ganz in seiner Rolle, als er nämlich die blutende Sarah im Ballsaal fröhlich grinsend betrachtete, weil er vorher wohl mit Christian herumgealbert hatte. Überhaupt schien er manchmal einem Lachanfall ziemlich nah zu sein, denn nachmittags brauchte er unverhältnismäßig lange, bis er im Wirtshaus seine Handschuhe sortiert hatte. Wahrscheinlich sah einer seiner Kollegen als Knoblauch-Bauer so witzig aus, dass er sich vor Lachen nicht mehr halten konnte.

Und so eifrig er auch den Ausführungen des Professors lauschte, so machte er sich hinter dessen Rücken aber auch ordentlich lustig über ihn.

Er war auch einer der wenigen Alfreds, die sofort durchschauten, dass Sarah ihn ausgetrickst hatte. Als sich nachmittags die Badezimmertür vor seiner Nase schloss, schlug er sich sofort gegen seinen Kopf und zog eine Schnute ganz nach dem Motto ”Das hätte ich Idiot mir aber auch sofort denken können.“ Abends ließ er seinen Frust dann gleich an der Tür aus, indem er fest gegen sie schlug.

 

Am Sonntag war er der Trottel vom Dienst und nestelte hingebungsvoll an seinem Strickzeug herum.

Ab und an schien er sich auch dabei ein Lachen nur schwer verkneifen zu können.

 

Antje Eckermann war in beiden Shows seine Sarah und wie schon die letzten Male gefiel sie mir gesanglich, aber vor allem schauspielerisch gut.

Sehr süß, wie sie mit ihren großen blauen Augen beim ’Gebet‘ am Bühnenrand kniete und ernsthaft zu überlegen schien, was nun richtig und was falsch ist.

Auch ihr Zusammenspiel mit Alfred war sehr liebenswert, auch wenn sie bei ‘Draußen ist Freiheit’ ein besorgt-ärgerliches Gesicht machte, als wolle sie sagen “Der Trottel weckt noch das ganze Haus auf und vermasselt mir die Tour.”

 

Am Sonntag testete sie als Wirtshausbesucherin die desodorierende Wirkung von Knoblauch.

Ganz eifrig rieb sie sich mit einer Knolle die Achselhöhle und wollte unbedingt einen Kollegen dazu animieren, es ihr gleichzutun.

 

Das Traumpaar des Sonntags waren Dennis Jankowiak und Joana Henrique. Joana hat wohl das, was man als glockenhelle Stimme bezeichnet. Auch sie war Gott sei Dank nicht von dem Ehrgeiz besessen, alle anderen zu übertönen und hörte sich demnach auch sehr angenehm an. Zusammen mit ihrem niedlichen Schauspiel war sie eine nahezu perfekte Sarah.

Dennis war wieder der stets beflissene, aber auch sehr ängstliche Alfred. Diese Ängstlichkeit war, in Anbetracht seiner doch beachtlichen Körpergröße, sehr knuffig anzusehen. Er hat mir auch wieder sehr gut gefallen.

 

Beinahe hätte ich es ja nicht mehr für möglich gehalten, aber wir haben doch tatsächlich einmal Jan Ammann als Grafen von Krolock in Stuttgart gesehen.

Sonst immer irgendwie auf der Flucht, stand sein Name am Samstagabend wirklich wie geplant auf der Castliste.

Bei seinem ersten Erscheinen war er wohl etwas zu früh dran und blieb zunächst einen Augenblick direkt neben unseren Plätzen stehen. Als er dann die Bühne betrat und sich mit den Worten ”Gott ist tot“ umdrehte, strahlte er eine große Melancholie aus und auch seine Stimme erinnerte ansatzweise an vergangene Zeiten. Hey, das konnte doch nur eine tolle Show werden.

 

Auch die ‘Einladung zum Ball‘ war sowohl hörens- als auch sehenswert.

’Vor dem Schloss‘ ist er seinen getreuen-Fans die Ernie und Bert-Show wohl mittlerweile regelrecht schuldig, genauso wie er sich mittlerweile ja geradezu standardmäßig bei diversen Konzerten als Horst Schlämmer versucht, um sie zu entzücken.

Deshalb brachte es ihm auch dankbares Kichern seines eingeweihten Publikums ein, als er beim Einstecken der Visitenkarte des Professors ganz fürchterlich schielte. Zum Glück wird in dieser Szene aber auch gesungen und das hörte sich wirklich wunderschön von ihm an.

 

Die ‘Totale Finsternis‘ (eine meiner Lieblingsszenen) gefiel mir überhaupt nicht. Akustisch deshalb nicht, weil Jan so gut wie gar nicht zu hören war und optisch nicht, weil ein süffisant grinsender Graf auf der Treppe mal so gar nicht geht.

Ein kleines Highlight war dann wieder ‘He Ho He Professor‘, weil da der Klamauk nicht ganz so offensichtlich war, als der Graf ganz angestrengt am Firmament den vom Professor erwähnten Orion suchte.

‘Die unstillbare Gier‘ war wie schon so oft. Sie fing so schön an, aber sobald sich die Grabwand in Bewegung setzt, scheint auch bei Jan ein Schalter umgelegt zu werden. Sein gebrülltes “Ich will frei und freier werden...“ treibt auch den verschlafensten Vampir aus der Gruft.

 

Klar durfte auch der spektakuläre Abgang von der beinahe schon senkrecht stehenden Wand und das Hinschmeißen haarscharf am Bühnenrand nicht fehlen.

Und wer bis dahin noch eine gewisse Dramatik verspürt hatte, wurde spätestens durch das schelmische Augenzwinkern des Grafen in Richtung Dirigent wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt.

(Meine Schwester, wohlgemerkt Herrn Ammann durchaus zugetan, meinte hinterher: “Es hätte nur noch gefehlt, dass er ‘Schätzelein, jetz habe isch Rücken’ geächzt hätte.”)

 

Auch im Ballsaal war unser Nachtvogel zu Späßen aufgelegt und zupfte hingebungsvoll an der Kleidung seines Sohnes herum, als sei dieser nicht in der Lage, sich selbst richtig anzuziehen.

 

In den USA soll TdV ja u. a. gefloppt sein, weil der Graf als Witzfigur dargestellt wurde.

Dieser hier war nicht weit davon entfernt...

 

Zu extrem sind mir die Stimmungsschwankungen, die dieser Graf an den Tag legt. Eben noch fröhlich grinsend und im nächsten Moment schon mit bösem Gesicht und laut donnernd, obwohl sich die Szene nicht allzu sehr verändert hat.

(Im Moment könnte ich mir durchaus vorstellen, dass Jan, wenn er tatsächlich die Rolle des Maxim de Winter bekommen sollte, in größte Heiterkeit ausbricht, wenn sein Manderley in Flammen aufgeht.)

 

Wahrscheinlich verstehe ich seine Rolleninterpretation aber bloß nicht. Und er kann ja auch nichts dazu, dass mir ein kleines, kaum merkliches Mundzucken oder eine leicht hochgezogene Augenbraue besser gefällt, als dieses Gesichtskino, was er manchmal zeigt.

 

Ich habe nach dieser Show eigentlich nur bestätigt bekommen, was ich schon seit längerer Zeit, auch angesichts des Hypes, der um ihn entstanden ist, denke (und was sich jetzt pathetischer anhört, als es ist): Sowohl Jan Ammann als auch sein Graf von Krolock sind mir irgendwie fremd geworden.

Und das ist eine Feststellung, mit der wir Beide ganz gut leben können.

 

Da an diesem Wochenende irgendwie alles nach Plan lief, ging es ja gar nicht anders: Graf von Krolock - Kevin Tarte lachte mir da an den Nachmittagen von der Castliste entgegen und brachte mein Herzchen doch tatsächlich (wieder mal) zum höherschlagen.

 

Dann war es so weit und der Graf betrat die Bühne. Von der Seite war noch alles in Ordnung, aber dann drehte er sich mit dem Rücken zum Publikum und mir rutschte ein leises “Ach du lieber Himmel” heraus. Auch meine Schwester guckte mehr als irritiert, denn der Anblick, der sich uns da bot, war schlicht schauderhaft. Was war das denn für eine Perücke?

Ein dicker Lockenkranz kringelte sich da merkwürdig über dem hohen Kragen. Es sah aus, als seien dicke Lockenwickler hastig aus den Haaren gezogen worden und für das nötige Auskämmen hatte sich Niemand zuständig gefühlt. Scheußlich!

 

Abgesehen von diesem haarigen Ärgernis ist mir noch ein kleiner Blutspritzer auf der Wange des Grafen im Gedächtnis geblieben, den unser adliger Herr auch nicht wegwischte und der einfach nur “Rrrrrrrrrrrrrr” aussah. Ansonsten war es eine gute Vorstellung, die mir jetzt aber nicht durch Mark und Bein ging.

 

Aber wieder sollte sich ein altes Sprichwort bewahrheiten: Das Beste kommt zum Schluss.

 

Bevor wir uns am Sonntag wirklich ein letztes Mal an diesem Wochenende ins Palladium Theater begaben, drehten wir noch eine kleine Runde um den ganzen Komplex.

Unweigerlich gelangten wir auch in die Nähe der Stagedoor und auf einmal drangen gar wundersame Klänge an unsere Ohren. Warum hört sich ein Kevin Tarte beim Einsingen besser an als alle diese sogenannten Superstars auf einer gut abgemischten CD? Klar, dass wir an diesem herrlichen Ort erstmal etwas verweilten und so bescheuert es klingt: In dem Moment wusste ich, dass es eine super Show werden würde.

 

Dank unserer Plätze auf der linken Seite war es möglich, den ersten Auftritt des Grafen komplett zu erleben, ohne sich den Hals zu verrenken oder sich sogar ganz umzudrehen, was ich sowohl den Darstellern auf der Bühne als auch den hinter mir sitzenden Leuten gegenüber ungehörig finde.

 

Oh Mann, sah das klasse aus. Ganz langsam näherte sich die stolze Gestalt im diffusen Licht der Bühne. “Jahrelang war ich nur Ahnung in Dir...” warb der Graf zärtlich und Sarah schien in diesem Moment (wen wundert’s?) schon gar nicht mehr an Alfred zu denken. Und dabei konnte sie das Beste noch gar nicht sehen: In weichen Wellen fielen dem Herrn Grafen seine Haare auf den Rücken...

“Nun freu Dich...” prophezeite er mit leicht kehliger Stimme und genau das tat ich auch.

 

‘Die Einladung zum Ball’ war einfach nur unwiderstehlich und das Szenario ‘Vor dem Schloss’ eine gelungene Mischung aus Melancholie und Zynismus.

 

‘Totale Finsternis’ : Der Graf steht auf der Treppe, sein Umhang hängt wie zufällig über dem Geländer...

Warum macht der Kerl das? Warum steht er bloß immer da, wie mit einem Weichzeichner ins Bild gesetzt? Ich glaube, in diesem Moment könnte das Theater einstürzen und ich sässe immer noch völlig verzaubert da. Diese Szene hat auf mich immer wieder eine riesengroße Wirkung.

 

So verletzlich wirkte der Graf, als er, eng in seinen Umhang gehüllt, den Friedhof betrat. Seit einiger Zeit habe ich eine Liebslingsstelle bei seiner ‘Unstillbaren Gier’. Eigentlich ist es ein Lieblingswort, denn wenn Kevin “die Schattenbilder meiner Qual” singt, hat er bei dem Wörtchen Qual einen faszinierenden Zungenschlag...

Aber auch sonst steckte in dieser Gier wieder alles an Gefühlen drin, was nur ging und deshalb gab es Gänsehaut und feuchte Augen noch gratis dazu.

 

Wie schon erwähnt, waren die Vampire an diesem Nachmittag besonders nett zu mir und so ließen sie im Ballsaal auch eine Lücke, so dass ich einen ungehinderten Blick auf ihr Oberhaupt hatte. Sehr schön.

Und auch als der Graf Sarah wieder mit diesem unvergleichlichen, stummen “Komm” zu sich lockte, hatte ich freie Sicht... und schmolz dahin.

 

Nach dem Schlussapplaus dauerte es wirklich einige Zeit, um wieder in der Realität anzukommen.

Und auch als wir im Parkhaus ankamen muss ich noch einen ziemlich verklärten Ausdruck im Gesicht gehabt haben. Jedenfalls nahm meine Schwester, ganz entgegen unserer sonstigen Gewohnheit, sicherheitshalber den Autoschlüssel an sich, um das erste Stück unserer Heimreise zu fahren.

 

Und volle Konzentration sollte auch nötig sein, denn unser Navigationsgerät hielt es für eine gute Idee, uns statt auf die uns bekannte A5 auf die A6 zu schicken. Im Vertrauen darauf, dass sich das kluge Gerät etwas dabei dachte, folgten wir auch gehorsam den Anweisungen. Eine Zeitlang konnten wir auch durchaus zügig fahren, bis schließlich rote Bremslichter vor uns nichts Gutes ahnen ließen. Und schon schob sich auf der linken Seite ein Fußballstadion ins Blickfeld, dass sich als Spielstätte der TSG Hoffenheim entpuppte. Und irgendetwas mußte hier auch losgewesen sein, denn Massen an Autos begehrten Auffahrt auf die Autobahn. Bei näherem Hinsehen erkannten wir auch die Beflaggung für die Frauen-Fußball-WM. Da wir Frauen in kurzen Hosen jetzt nicht unbedingt interessant finden (um nicht zu sagen Frauen-Fußball ist das Sinnloseste ever), hatten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich keine Ahnung, dass hier und heute das erste Spiel der WM stattgefunden hatte.

 

Mittlerweile hatte wohl auch das Navi die Spielpläne der WM studiert und erkannte, dass es keine gute Idee war, auf den vorgeschlagenen Weg zu bestehen. Kurzerhand wurden wir von der Dame aufgefordert, die nächste Ausfahrt zu nehmen und der B-Irgendwas zu folgen. So kamen wir noch ganz unverhofft zu einer Rundreise durch die schwäbische Provinz, was in meiner Schwester einen geradezu ungeheuerlichen Verdacht aufkeimen ließ: “Du hast heimlich das Navi umprogrammiert. Bestimmt ist Kevin heute Abend noch in einem dieser Nester bei einem Konzert dabei. Und DAS kannst DU Dir natürlich nicht entgehen lassen.”

 

Reizvoller Gedanke, entsprach aber leider nicht der Realität und so befanden wir uns schließlich doch wieder auf der A5 Richtung Heimat. Allerdings mit dem beruhigenden Wissen, spätestens im Herbst wieder gen Süden unterwegs zu sein. Wie die Zugvögel halt...